Interviews

23 Januar 2017

Für mich bedeutet Self Publishing vollkommene Freiheit - Annika Bühnemann im Interview





Ich heiße Annika Bühnemann und arbeite als Buchcoach und Schriftstellerin, das heißt, ich bringe hauptsächlich Frauen bei, wie sie ihr eigenes Buch schreiben, veröffentlichen und vermarkten und bin selbst Autorin von Liebesromanen.
Außerdem bin ich Inhaberin des Blogs „vomschreibenleben.de“, auf dem ich über Marketingmöglichkeiten für Bücher berichte.

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Warum sollte man sein Buch selbst veröffentlichen?

Self Publishing hat gegenüber der Veröffentlichung im Verlag einige Vorteile, aber auch ein paar Nachteile, die jeder für sich abwägen muss. Für mich bedeutet Self Publishing vollkommene Freiheit und Kontrolle über mein Buch, maximale Flexibilität, Eigenverantwortung und auch mehr Verdienst pro verkauftem Exemplar. Allerdings entscheide ich für jedes Buchprojekt neu, ob es sich für einen Verlag eignet oder ich es vollkommen in Eigenregie veröffentlichen will.

Ist Self Publishing ein Sprungbrett oder eine Alternative zur Arbeit mit einem Verlag?

Wer im Self Publishing sehr erfolgreich ist, hat tatsächlich etwas bessere Chancen auf einen Verlagsvertrag, insbesondere weil Verlage gerne mit Autoren zusammenarbeiten, die im Bereich Social Media bereits sehr gut aufgestellt sind – und das ist sehr häufig bei erfolgreichen Self Publishern der Fall (allerdings auch nicht immer).
Wer bisher keine Erfolge im Selbstverlag vorweisen kann, den behandeln Verlage aber in der Regel wie jeden anderen Debütanten.
Die Entscheidung, ob man zu einem Verlag möchte, wird von diversen Faktoren beeinflusst: Was erhoffst du dir von einem Verlag und wie realistisch ist es, dass das erfüllt wird? Willst du dir einfach die Marketingarbeit ersparen oder geht es mehr ums Ego, das gebauchpinselt wird, wenn der eigene Roman im Regal steht? Ist das Thema vielleicht bei einem Verlag besser aufgehoben? Self Publishing kann eine Alternative zum Verlag sein, wenn bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind (z.B. der Wille, viel Energie in den Prozess zu stecken und einen langem Atem zu beweisen).

Welche Eigenschaften sollte jemand mitbringen, der sein Buch selbst veröffentlichen will?

Einen hohen Grad an Eigeninitiative, viel Selbstreflexion, Beratungsoffenheit, Durchhaltevermögen, Misserfolgstoleranz, Leidenschaft, Gefallen an der Interaktion mit Leserinnen und Lesern, immer wieder viel Mut und vielleicht die Fähigkeit, Prioritäten richtig zu setzen. Er/Sie muss kein Mediengestalter, Buchsetzer oder Marketinggenie sein. Diese Dinge kann man entweder an Profis auslagern, oder, im Bereich Marketing, die wichtigsten Dinge schnell erlernen.

Welche Social Media Kanäle sind besonders wichtig, wenn man sein Buch selbst veröffentlichen will?

Wichtig ist vor allem, dass der Kanal gewählt wird, der am besten zu Autor und Zielgruppe passt. Nicht jedes Fachbuch lässt sich super über Facebook bewerben und wer keine Affinität zu Bildern hat, ist bei Instagram nicht gut aufgehoben. Da Facebook noch immer mit Abstand die meisten Nutzer hat, ist das für die meisten Belletristik-Autoren aber der beste Startpunkt, außer sie haben eh schon eine persönliche Abneigung gegen das Netzwerk. Dort, wo du dich wohlfühlst, bist du am besten aufgehoben.
(Und wenn es dir total davor graut, mit anderen Menschen in Kontakt zu kommen, solltest du den Verlagsweg in Erwägung ziehen …)

Gibt es Genres, die im Selbstverlag besser funktionieren als andere?

Das ist wie im klassischen Buchhandel: Liebesromane, Gegenwartsromane und Thriller/Krimis gehen immer, Lyrik geht schlecht. Je nischiger das Buch, desto weniger Leser. Wer also beispielsweise einen Erotikroman schreibt, der Dinge beinhaltet, die von der Gesellschaft als abnormal angesehen werden, wird sicherlich keinen Platz in den Top 100 erhalten.

Wie sieht die Zukunft des Self Publishings aus? Ist dort überhaupt noch Platz für Debütanten?

Der riesige Hype wie es ihn 2011-2013 gab, ist abgeflaut. Der Markt ist mittlerweile viel härter umkämpft als früher, wir näher uns immer mehr dem klassischen Buchhandelsgebaren an, weil sich die Self Publisher professionalisieren. Ich bin der Meinung, dass es langfristig immer wichtiger werden wird, sich als Autor/in einen (Marken)Namen zu machen und als Autor/in bekannt zu werden. Für originelle Debütromane ist immer Platz. Wer die Kunst des Schreibens erlernt und sich ein bisschen mit branchenspezifischen Gepflogenheiten auseinandersetzt (beispielsweise wie das Amazon-Ranking funktioniert), hat noch immer Chancen auf einen Platz am Autorenhimmel

Was war deine schönste Lesererfahrung?

Das war ein paar Monate nach meinem Debütroman, als ich zum ersten Mal auf einer Buchmesse war. Ich saß mit Sarah Saxx bei anderen Autoren (und fühlte mich völlig fehl am Platz) und eine Leserin kam vorbei, sah Sarah und sagte ganz aufgeregt: „Ich hab dein Buch gelesen!“ Als sie dann mich und mein Buch sah, das ich zufällig gerade in den Händen hielt, wurde sie noch aufgeregter und rief: „Und deins auch! Das hat mir so gut gefallen!“
Das ging runter wie Öl und ich fühlte mich für ein paar Sekunden wie eine „echte Autorin“. Es dauerte noch einige weitere Monate, bis ich in mein neues Dasein als Schriftstellerin hineingewachsen war und mich auch tatsächlich als Autorin fühlte und bezeichnete. Dieser Moment auf der Leipziger Buchmesse 2014 hat definitiv dazu beigetragen.

Vielen Dank für das tolle Interview! ♥

Wer jetzt noch Lust hat, kann gerne bei Annika vorbei schauen, neben ihrem Blog betreibt sie auch zwei YouTube Kanäle, auf denen sie hilfreiche Tipps zum Thema Schreiben und Marketing gibt und ein bisschen was aus ihrem Leben erzählt.




12 August 2016

Coverdesign - Tipps und Tricks. Ein Interview - Leipziger Buchmesse 2016



Auf der Leipziger Buchmesse war ich dieses Jahr auf einigen Veranstaltungen eingeladen und wurde von neobooks auf einer Podiumsdiskussion gebeten, über das Thema Buchcover zu sprechen. Im Interview mit Autorin und neobooks Mitarbeiterin Jennifer Jäger habe ich einige Tipps und Tricks zum Thema Cover mit den zahlreichen Zuhörern geteilt. Anschließend gab es eine aufschlussreiche Fragerunde. Wer nicht dabei sein konnte, kann sich gerne den live Podcast zu dem Interview anhören.


Wer weitere Tipps und Tricks wissen will oder Fragen zum Thema Coverdesign hat, der kann mich gerne auf Facebook folgen und kontaktieren. Dort poste ich regelmäßig kleinere Tipps die ganz hilfreich für Designer und Indie-Autoren sind

04 August 2016

Was bringen Illustratoren und Coverdesigner für Self-Publisher? Ein Interview


Dieses Jahr durfte ich auf der Leipziger Buchmesse als Grafikdesignerin an einigen Programmpunkten teilhaben. Ein Teil dieses Programms war das Interview mit dem Self-Publishing Verband zum Thema Relevanz von Buchcovern und Bildmaterial für Self-Publisher. Interviewt wurde ich von Ruprecht Frieling und mit mir an Bord war die Autorin Janina Venn-Rosky, die ihre Erfahrung als Laie im Grafikdesign mit den Zuhörern teilte.
Wer leider nicht dabei sein konnte, kann das ganze Interview hier als Podcast nachhören.


Die Veranstaltung war unglaublich gut besucht, was mich wirklich gefreut hat. Auch die zahlreichen Gespräche im Nachhinein waren alle super nett und es war schön, einige von euch getroffen zu haben. Nächstes Jahr hoffe ich, wieder auf ein paar dieser Veranstaltungen eingeladen zu werden und hilfreiche Tipps mit euch zu teilen. :-)
Man sieht sich Leipzig 2017! Ich bin gespannt und hoffe, ihr seid es auch.

03 Juni 2013

10 Fragen an ... Janika Hoffmann

~ 10 Fragen an ... ~

Hallo Janika, herzlich willkommen zu den heiligen Hallen von 10 Fragen an...`Bevor wir mit dem Interview starten, würden wir gerne etwas mehr über dich erfahren.
 
Hey, danke für das herzliche Willkommen!
Tja, wer bin ich? Ich heiße Janika Hoffmann, bin siebzehn Jahre alt und komme aus Norddeutschland. Viele Leute würden sagen, ich bin ein bisschen anders als andere Leute in meinem Alter, denn mit Partys und "Saufen" kann ich so gar nichts anfangen. Stattdessen reite ich gerne, interessiere mich für die Natur und bin gerne mit meiner Hündin draußen unterwegs. Überhaupt habe ich hier einen halben Zoo zu Hause, da ist von Katzen bis hin zu Schlangen und Pferden alles dabei!
Ich gehe natürlich auch noch zur Schule und komme nach den Ferien in die 13. Klasse. Tja, und wenn dann neben dem Lernen für das Abitur noch irgendwie Zeit bleibt, lese und schlafe ich sehr gerne - und schreibe natürlich!

• Du hast ein Buch herausgebracht "Die Klaue des Morero", was hat dich dazu inspiriert und wem würdest du dein Buch ans Herz legen?
 
Janika Hoffmann: "Die Klaue des Morero" war das erste Projekt, dass ich wirklich ernsthaft geschrieben habe, es war dadurch auch mein erstes beendetes Projekt. Die Idee entstand, als ich mal keine ungelesenen Bücher im Regal stehen hatte und das Taschengeld nicht reichte, um neue zu kaufen. Da ich aber zu dem Zeitpunkt irgendwie auch keine Lust hatte, eines meiner Bücher noch einmal zu lesen, dachte ich mir "Mensch, dann schreibst du dir halt deine eigene Geschichte!" Direkt vorher hatte ich den damals noch recht neuen zweiten "Eragon"-Band gelesen. Drachen fand ich schon immer toll, also erschuf ich meine Maya und ihren Menschenfreund Simon, und die Geschichte nahm ihren Lauf.
Ans Herz legen würde ich die Geschichte allen, die gerne Fantasy lesen, in der auch Freundschaft und Zusammenhalt eine Rolle spielen. Dem Alter sind dabei in beide Richtungen keine Grenzen gesetzt. Eine Lovestory habe ich zwar auch, diese hat im ersten Band aber noch eine sehr nebengeordnete Rolle und ist kaum ausgeprägt, also ist das Buch auch etwas für diejenigen unter den Lesern, die ab und zu mal etwas ohne wilde Romantik lesen wollen!

• Auf meinem Blog haben ich eine Kategorie die "Tipps & Tricks für Autoren heißt", dort gebe ich Marketingtipps und zeige, was man alles aus seinem Buch als Jung- und Indi-Autor herausholen kann. Du hast sowohl einen Agenten als auch einen Verlag für dein Buch gefunden, was wäre dein Tipp für Neuautoren? 

Janika Hoffmann: Zu meinem Agenten kam ich über Umwege, ich will ihn jedoch nicht mehr missen, denn er ist immer für mich da und hilft in allen Situationen! Man hört immer wieder, wie schwer man es teilweise hat, einen Verlagsvertrag zu ergattern, da bin ich sehr beruhigt, einen tollen Agenten hinter mir stehen zu haben, das steigert die Chancen wirklich enorm.
Neuautoren, gerade denen im Teeniealter, möchte ich mit auf den Weg geben, nie die Hoffnung zu verlieren! Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, aber wenn ihr regelmäßig schreibt, wird euer Stil von selbst flüssiger. Wenn ihr an euch und euer Werk glaubt, dann wird es irgendwann auch klappen, ganz bestimmt! Ihr seid die Schreiber von morgen! :)

•Von Vampirromanen zu Dystopien hinüber zu Erotik SM Geschichten, der Hype hat die Bücherwelt erobert. Was hältst du davon, dass gerade große Verlage ein beliebten Thema so lange ausnutzen, bis ein Antihype entsteht?

Janika Hoffmann: Dass gerade Publikumsverlage natürlich Romane suchen, die gerade angesagt sind oder bei denen sich abzeichnet, dass sie bald "in" sein werden, verstehe ich natürlich. Wenn ein Verlag dann aber fast ausschließlich solche Romane veröffentlicht, finde ich das schade. Irgendwann entsteht gerade durch diesen Überfluss der von dir genannte Antihype, das finde ich wirklich traurig. Außerdem kommen und gehen Hypes doch - wer sagt denn, dass eines der anderen guten Manuskripte, die der Verlag angeboten bekommt, nicht den nächsten Hype auslösen könnte?
Außerdem gibt es durchaus Leser, die partout gegen jeden Hype lesen oder das entsprechende Thema vielleicht einfach nicht mögen. Wenn die Verlage da keine Abwechslung bieten, bleiben viele Leser auf der Strecke und fühlen sich unbefriedigt, und das muss nun wirklich nicht sein.

• Die Indi-Autoren sprießen förmlich aus dem Boden. Was hältst du davon, Bücher selber zu veröffentlichen, sind bald keine Verlage mehr nötig?

Janika Hoffmann: Dass man die Möglichkeit hat, in Eigenregie zu veröffentlichen, finde ich toll. Christopher Paolini beispielsweise hat ja auch erst im Eigenverlag veröffentlicht, oder als deutsches Beispiel: Nele Neuhaus.
Dass einfach jeder sein Manuskript auf den markt bringen kann, hat natürlich auch Nachteile. Viele Schreiber halten sich für die Neuentdeckung des Jahrtausends, stecken keinerlei Mühe in die Überarbeitung und rechtschreibtechnische Korrektur ihres Werkes und loben sich selbst in den Himmel, während sie auf ihre Kollegen abschätzig herabschauen. Auch unter den "Indies" gibt es viele tolle Autoren, diese gehen aber leider oft unter und fallen dem schlechten Ruf der Selfpublisher-Szene zum Opfer.
Bislang erlebe ich es noch so, dass ein Verlagsname auf dem Cover einen wirklich vorantreibt, dass viele Leute eher nach Verlag als nach Autor kaufen.
Bei einem Verlag zu veröffentlichen, bringt im Regelfall natürlich auch Vorteile mit sich: Hier wird für Werbung und Layout gesorgt oder gemeinsam daran gearbeitet, es bestehen Kontakte zu professionellen Leuten verschiedenster Bereiche. Als Selfpublisher muss man alles selbst machen oder teuer dafür bezahlen, dass es jemand für einen macht, außerdem trägt man das volle Risiko. Die Verlage haben eine Übersicht über die Marktlage und können abschätzen, ob es das Risiko wert ist, sie tragen es dann gemeinsam mit den Autoren.
Insgesamt finde ich nicht, dass man Verlage in Zukunft abschreiben sollte. Die Indie-Szene wird nicht mehr wegzudenken sein und durchaus ihren Platz neben den Verlagen einnehmen, aber letztendlich werden die Vorteile der Verlage meiner Meinung nach immer für einen Ausgleich sorgen.

• Dein erstes Werk ist ein klassischer Fantasy Roman, ließt du selber gerne solche Bücher und bist du als Leser auch in anderen Genres zuhause?

Janika Hoffmann: Ich lese selbst ebenfalls hauptsächlich Fantasy, bin dabei in den Untergenres aber nicht festgelegt. Ob High, Urban, Dark oder sonstige Fantasy, ich finde eigentlich überall tollen Lesestoff.
Ab und zu mache ich aber auch gerne mal "Ausflüge". Ich lese zum Beispiel sehr gerne Afrikaromane, wenn diese auf waren Erlebnissen, der Autorinnen beruhen - und ja, meistens sind es dann Frauen, die ihre Geschichte erzählen. Außerdem macht es mir auch tierisch Spaß, mit meiner kleinen Schwester gemeinsam zu lesen. Da muss es natürlich ein Thema sein, das auch ihr gefällt. In der Mitte zwischen Pferden und Magie-Anteil treffen wir uns dann meistens und spinnen die Geschichten selbst weiter.

• Wenn wir bei Genres bleiben. Gibt es irgendwelche Thematicken, über die du gerne mal schreiben würdest, es aber noch nicht getan hast?

Janika Hoffmann: Mittlerweile versuche ich, in meine Manuskripte immer eine Thematik einzubringen, die gerade aktuell ist oder die ich einfach wichtig finde. In einer Geschichte von mir ist das beispielsweise Mobbing.
Sehr gerne würde ich mal eine Dystopie schreiben, doch so richtig weiß ich noch nicht, wie ich das anfangen soll.
Vor wenigen Tagen erst kam mir beim Besuch des Ohlsdorfer Friedhofs eine sehr spektakuläre Idee, die irgendwo zwischen historischer Fantasy und Mistery angeordnet wäre. Gerade weil dabei aber heikle Themen angesprochen würden, traue ich mir (noch?) nicht zu, dieses Projekt zu schreiben. Ich habe es aber auf jeden Fall in Stichpunkten notiert für den Fall, dass ich irgendwann soweit bin, auch diese Geschichte mit einer Botschaft zu übermitteln.

•Welches ist dein nächstes Projekt und darfst du darüber schon etwas verraten?

Janika Hoffmann: Aktuell schreibe ich am zweiten Band meiner Drachenkralle-Trilogie, bis zum Herbst möchte ich das Manuskript soweit haben, es dem Verlag übergeben zu können, damit das Buch nächstes Jahr erscheinen kann. Viel kann ich natürlich noch nicht verraten, aber der aktuelle Arbeitstitel lautet "Das Feuer der Macht". Ob dieser erhalten bleibt, werde ich mit dem Verlag natürlich erst noch besprechen müssen.
Nebenbei arbeite ich seit einigen Monaten an einem Urban Fantasy Projekt, bei dem ich, wie schon erwähnt, das Thema Mobbing mit eingebracht habe. Hierbei geht es darum, dass Gestaltwandler unerkannt unter uns leben, dieses Geheimnis bei meiner Protagonistin Melina jedoch gelüftet wird. Da ich dieses Manuskript aber noch Verlagen anbieten möchte, kann ich nicht allzu viel dazu verraten. ;)
Da ich im Herbst mein letztes Schuljahr starte und mit großen Schritten auf die Abiturprüfungen zugehe, werde ich dann wohl erst einmal etwas kürzertreten müssen in Sachen schreiben. Oberste Priorität wird es dann haben, die Rohfassung des letzten "Drachenkralle"-Bandes zu schreiben. Was ich danach mache - mal sehen. Ich habe so viele tolle Ideen in einem kleinen Heftchen in der Schublade, die darauf warten, dass ich sie näher ausarbeite. Vielleicht wird es eine Geschichte, die in der Welt der Greife spielt, vielleicht schreibe ich aber auch mal etwas ganz anderes und versuche mich an einem Kinderbuch. Wenn es soweit ist, werde ich mich einfach überraschen lassen, welche Idee am lautesten schreit!

Man sagt, in jedem Buch steckt die Seele des Autors, wie viel Janika Hoffmann steckt in deinen Protagonisten Simon und Katharina?

Janika Hoffmann: Ich denke, in jeder meiner Figuren steckt ein Stück von mir, entweder wie ich bin oder wie ich schon immer einmal sein wollte. Wenn ich schreibe, kann ich mich in die Emotionen der Figuren hineinversetzen, kann Angst, Freude, Wut oder Verzweiflung spüren. Die Figuren handeln dann natürlich meistens so, wie ich handeln würde (oder mir wünsche, dass ich so handeln würde), also steckt durchaus ein Teil von mir in jeder Figur. Allerdings kann ich mich in keiner Figur zu 100 % wiedererkennen - das wäre aber auch etwas seltsam! ;)

• Was ist für dich schwieriger zu schreiben, der Anfang oder das Ende?

Janika Hoffmann : Puh, gute Frage! Ich denke, das ist von Projekt zu Projekt verschieden. In einige Geschichten muss ich erst reinkommen, es dauert eine Weile, bis ich im Schreibfluss bin, aber dann läuft es. Ich fürchte aber, dass mir beispielsweise das Ende des dritten Drachenkralle-Bands sehr schwer fallen wird. Mit dieser Trilogie fing alles an, sie hat mich jahrelang begleitet. Da die letzten Kapitel, die letzten Szenen zu schreiben, bevor es "vorbei" ist, das wird vermutlich sehr hart werden.
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehe ich es auch, wenn ich Geschichten schreibe, in denen die Hauptfiguren zum Ende hin noch einmal alles verlieren. Wenn sie dann die Kraft finden, trotzdem weiterzumachen, finde ich das immer sehr schwer rüberzubringen.

• Liebe Janika, bitte vervollständige diesen Satz. Wenn ich nicht ich wäre, sondern ein Buch, dann wäre ich ... ?

Janika Hoffmann: Wenn ich nicht ich, sondern ein Buch wäre, wäre ich mit Sicherheit ein sehr verrücktes Buch. Mein Buchdeckel wäre wahrscheinlich aus vielen bunten Teilen zusammengesetzt. Was für eine Geschichte ich genau beherbergen würde, weiß ich nicht, aber in jedem Fall wäre es Fantasy, vermutlich mit einer Hauptfigur, die erst lernen muss, sich auch mal zu überwinden, und die ihren endgültigen Platz im leben noch finden muss.

Vielen Dank für das Interview

Janika Hoffmann: Gerne doch hat Spaß gemacht! :)


 
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31 März 2013

10 Fragen an ... ~ Cathrin Kühl


~ 10 Fragen an ... ~
Cathin Kühl

Ich freue mich sehr, dass ich dich bei „10 Fragen an …“ begrüßen darf. Du hast die Ehre, diese neue Rubrik einzuweihen. Bevor wir aber die Leser in das Interview stürzen, kannst du uns ein bisschen was über dich erzählen?

Cathrin: Oh, ich fühle mich geehrt, diese Rubrik einweihen zu dürfen. Vielen Dank dafür! :)

Etwas über mich … hmm. Mein Name ist Cathrin Kühl, ich bin 27 Jahre alt und lebe in einer Kleinstadt in Norddeutschland, nicht weit der dänischen Grenze. Als Autorin arbeite ich seit sechs Jahren, habe meine Leidenschaft fürs Schreiben und für Bücher aber schon als Kind entdeckt.


•In deinem ersten Roman „Grenzenlos“ geht unter anderem um Trauer und Selbstfindung. Was hat dich zu diesem Werk inspiriert?

Cathrin: Zum einen war es die tatsächliche Traurigkeit, die ich mit mir herumgetragen habe. Einiges staute sich im Laufe der Jahre auf und ich fand lange keinen Weg, um loszulassen. Das hat nun wiederum auch mit Selbstfindung zu tun, demnach war ich es selbst, die mich dazu inspiriert hat, auch wenn das jetzt vielleicht arrogant klingt, doch es ist so. Bei meinen anderen Werken ist es freilich nicht das Gleiche, aber es gibt auch selten etwas, das mich zu einem gesamten Manuskript inspiriert. Es sind vielmehr Figuren oder Szenen, die sich im Kopf bilden, wenn ich etwas besonders schön oder grausam finde.

• Man sagt „das Schwerste an einem Buch ist der Anfang.“ Wie ist das bei deinen Geschichten?

Cathrin: Mit dem Anfang habe ich bei Manuskripten nie Probleme. Bei mir liegt es dort eher am Mittelteil, also der Ausdauer. Dranzubleiben ist der Knackpunkt. Der Anfang schreibt sich bei mir fast von selbst, wenn ich erstmal weiß, was ich im Gesamten ausdrücken möchte. Bei Kurzgeschichten ist es der Anfang, der mir Probleme bereitet, weil ich nicht ausufern darf, was ich gern mal tue.

• Viele Autoren verwirklichen sich in ihren Romanen selber, wie viel Autobiografisches steckt von dir in deinen Werken?

Cathrin: Direkt autobiografisch werde ich nicht. Es sind eher Metaphern. Doch es stimmt, dass ich durch meine Manuskripte auch einiges über mich selbst preisgebe oder lerne. Manchmal kann ich ein Manuskript nicht so beenden, wie ich es geplant habe, weil mir der selbst erlernte Teil dazu noch fehlt oder sich verändert hat. „Grenzenlos“ lag zum Beispiel ein halbes Jahr auf Eis, ehe ich es beenden konnte.

• Man unterscheidet gerne zwischen Chaosschreibern und plottfixierten Autoren. Wie viel Planung steckt in deinen Büchern?

Cathrin: Unterschiedlich. „Grenzenlos“ war mehr oder weniger ein „Unfall“, genauso wie ein weiteres Manuskript, das aber in der Schublade bleibt. „Purlunas“ hingegen und die ganze Geschichte um Evi, die ich aktuell schreibe, bearbeite ich schon seit sechs Jahren, plane um, schreibe neu, plotte anders. Wenn Figuren nicht das machen, was ich für sie geplant habe, beweisen sie für mich Lebendigkeit. Manchmal muss ich dann einfach alles ummodeln, bis es wieder passt und Sinn ergibt. Hin und wieder schubse ich sie dann auch in die Bahn, damit sie das tun, was ich möchte. Ich plane schon den roten Faden, aber ich halte ihn nicht so streng fest, dass die Figuren sich selbst daran erdrosseln.

• Gibt es eine Thematik, über die du noch nicht geschrieben hast, es aber gerne würdest?

Cathrin: Eine Menge! Doch dazu fehlt mir die Zeit. Momentan konzentriere ich mich ganz auf meinen Fantasyroman „Purlunas – Der letzte Fluch“, der noch dieses Jahr im Wölfchen Verlag erscheinen soll, vorzugsweise Ende Oktober, und sich bereits mitten im Lektorat befindet. Das raubt Zeit. Dazu kommen noch diverse Lektorentätigkeiten, die auch nicht eben mal locker flockig aus dem Ärmel zu schütteln sind. Doch ich habe noch eine lange Liste an Geschichten und Thematiken, die ich gern erzählen und zeigen möchte.

• Du bist freiberufliche Lektorin, glaubst du, dass deine Erfahrung in diesem Bereich dir als Indie-Autorin weitergeholfen hat?

Cathrin: Nein, ganz und gar nicht. Das liegt aber daran, dass ich mich nicht als Indie-Autorin sehe. Zwar habe ich meinen Erstling selbst publiziert, doch bleibe ich nicht bei der Form und wollte es auch nie. Es war ein Versuch, mehr nicht. Zusätzlich habe ich die Erfahrungen als Lektorin erst anschließend gesammelt und sammle fleißig weiter. Inzwischen arbeite ich als Lektorin bei einem seriösen Kleinverlag – der gleiche, bei dem auch mein erster Fantasyroman erscheinen wird – und bin mit den Leistungen dort wesentlich zuversichtlicher und auch zufriedener, als mir jegliche Selbstveröffentlichung bieten könnte. Es ist eben etwas anderes, für mich selbst etwas Besseres.

• Hast du vielleicht einen Tipp für Jungautoren?

Cathrin: Oh, nur einen? ;) Es gibt so viel, was man beachten sollte, demnach fällt mir das nun schwer. Ich versuch es mal.

Erstens: Nicht aufgeben! Glaubt an euch selbst, lasst euch nicht unterkriegen und nehmt Kritik wenn möglich an
Zweitens: Wenn eine Agentur oder ein Verlag Geld von euch will oder von anderen Autoren nimmt, ist er nicht seriös. Finger weg, damit ruiniert ihr nicht nur euer Werk sondern eure Glaubhaftigkeit als Schriftsteller.
Und drittens: Versucht zuerst an Ausschreibungen von seriösen Kleinverlagen teilzunehmen. Wenn ihr dann einige Veröffentlichungen aufbieten könnt, ist eure Chance, dass der Roman einen Platz findet, größer. Übrigens gelten die Kleinverlage als seriös, die ebenfalls kein Geld nehmen und euch mindestens ein Freiexemplar bei einer Kurzgeschichtensammlung zukommen lassen.


• Wie darf man sich den Schreiballtag von Cathrin Kühl vorstellen?

Cathrin: Äh … ja. Nachdem ich mich selbst morgens hergerichtet habe, der Mini-Zoo (zwei Katzen, drei Kaninchen, ein Chinchilla) versorgt ist, schaue ich, was auf dem Plan steht. Dann schreibe ich ein Kapitel oder lektoriere eines oder korrigiere herum, bis ich auf eine hartnäckige Stelle stoße, die überdacht sein will. Dann gehe ich in die Küche, frühstücke, erledige den Abwasch und setzte mich wieder an den Schreibtisch. So geht’s dann weiter bis zur nächsten hartnäckigen Stelle. Danach werden die Kaninchenställe ausgemistet oder die Katentoiletten gereinigt, das Bad geputzt und weiter am Schreibtisch. Anschließend eine Tasse Kaffee und dann wird staubgesaugt. Weiter im Text. Wäsche waschen, Mittag kochen, weiter schreiben. Das geht so lange, bis der komplette Haushalt erledigt ist. Bin ich besonders frustriert, lasse ich die Kleintiere aus ihren Käfigen, dann kann ich mich schlapplachen, während die in manchmal seltsamen Verrenkungen durch die Gegend hüpfen oder komische Posen machen. Oder ich mache Sport an meinem Trimmgerät, das baut Frust auch gut ab. Ganz selten wage ich mich mal in die weite Welt hinaus und gehe mit Musik auf den Ohren spazieren. So erledige ich jeden Tag ein Kapitel, wenn die Phase des Schreibens aktuell ist. Beim Lektorat klappt es mit ein bis drei Kapiteln und beim Korrektorat mit drei pro Tag.

• Was ist dein nächstes Projekt und darfst du darüber schon etwas verraten?

Cathrin: Ja, darf ich, hab ich ja auch schon ;). Aktuell steckt „Purlunas – Der letzte Fluch“ mitten im Lektorat. Erscheinen soll/wird es im Oktober 2013 im Wölfchen Verlag. Es ist der erste Teil einer vierteiligen Reihe. Momentan kommen meine Lektorin und ich so gut voran, dass ich sogar die Hoffnung hege, dass es früher erscheinen kann, was aber nicht heißt, dass es das auch wird.

Die Geschichte spielt in einer Parallelwelt, in der die dort lebenden Personen durch Gefühle die fünf Elemente manifestieren können: Wasser, Feuer, Luft, Erde und Geist. In dem ersten Buch geht es um die vierzehnjährige Evi, die mit ihrem Bruder und ihrer Mutter seit zehn Jahren auf der Flucht vor dem Weltherrscher Gideon ist. Sie gelangen in die freie Stadt Heilquell, wo sie für ein Jahr bei Evis Großmutter leben. Evi wird auf der dort ansässigen Schule Purlunas eingeschult, wo sie lernen soll, mit ihren Fähigkeiten umzugehen. Sie findet heraus, dass diese Schule vor langer Zeit verflucht wurde und sucht nun einen Weg, diesen zu brechen – dadurch würden Purlunas und Heilquell gleichermaßen an Stärke gewinnen, sodass der Weltherrscher keinen Weg mehr hat, die Stadt einzunehmen. Ob ihr das gelingt? Das kann jeder Interessent ja dann bald nachlesen ;).


• Was würdest du gerne noch alles mit der Schriftstellerei erreichen?

Cathrin: Sehr gerne würde ich von der Schriftstellerei leben können, das ist mein persönliches Ziel. Außerdem stehen so viele Türen offen, dass ich nicht weiß, wohin ich zuerst soll. Irgendwann, in feeeerner Zukunft, möchte ich selbst einen Verlag gründen und diesen dann natürlich auch in den Buchmarkt etablieren. Aber das steht alles noch in den Sternen. Die nächsten Jahre konzentriere ich mich auf meine Purlunas-Reihe und die Lektoratstätigkeit. Ansonsten will ich einfach nur schreiben.

Momente

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