03 Juni 2013

10 Fragen an ... Janika Hoffmann

~ 10 Fragen an ... ~

Hallo Janika, herzlich willkommen zu den heiligen Hallen von 10 Fragen an...`Bevor wir mit dem Interview starten, würden wir gerne etwas mehr über dich erfahren.
 
Hey, danke für das herzliche Willkommen!
Tja, wer bin ich? Ich heiße Janika Hoffmann, bin siebzehn Jahre alt und komme aus Norddeutschland. Viele Leute würden sagen, ich bin ein bisschen anders als andere Leute in meinem Alter, denn mit Partys und "Saufen" kann ich so gar nichts anfangen. Stattdessen reite ich gerne, interessiere mich für die Natur und bin gerne mit meiner Hündin draußen unterwegs. Überhaupt habe ich hier einen halben Zoo zu Hause, da ist von Katzen bis hin zu Schlangen und Pferden alles dabei!
Ich gehe natürlich auch noch zur Schule und komme nach den Ferien in die 13. Klasse. Tja, und wenn dann neben dem Lernen für das Abitur noch irgendwie Zeit bleibt, lese und schlafe ich sehr gerne - und schreibe natürlich!

• Du hast ein Buch herausgebracht "Die Klaue des Morero", was hat dich dazu inspiriert und wem würdest du dein Buch ans Herz legen?
 
Janika Hoffmann: "Die Klaue des Morero" war das erste Projekt, dass ich wirklich ernsthaft geschrieben habe, es war dadurch auch mein erstes beendetes Projekt. Die Idee entstand, als ich mal keine ungelesenen Bücher im Regal stehen hatte und das Taschengeld nicht reichte, um neue zu kaufen. Da ich aber zu dem Zeitpunkt irgendwie auch keine Lust hatte, eines meiner Bücher noch einmal zu lesen, dachte ich mir "Mensch, dann schreibst du dir halt deine eigene Geschichte!" Direkt vorher hatte ich den damals noch recht neuen zweiten "Eragon"-Band gelesen. Drachen fand ich schon immer toll, also erschuf ich meine Maya und ihren Menschenfreund Simon, und die Geschichte nahm ihren Lauf.
Ans Herz legen würde ich die Geschichte allen, die gerne Fantasy lesen, in der auch Freundschaft und Zusammenhalt eine Rolle spielen. Dem Alter sind dabei in beide Richtungen keine Grenzen gesetzt. Eine Lovestory habe ich zwar auch, diese hat im ersten Band aber noch eine sehr nebengeordnete Rolle und ist kaum ausgeprägt, also ist das Buch auch etwas für diejenigen unter den Lesern, die ab und zu mal etwas ohne wilde Romantik lesen wollen!

• Auf meinem Blog haben ich eine Kategorie die "Tipps & Tricks für Autoren heißt", dort gebe ich Marketingtipps und zeige, was man alles aus seinem Buch als Jung- und Indi-Autor herausholen kann. Du hast sowohl einen Agenten als auch einen Verlag für dein Buch gefunden, was wäre dein Tipp für Neuautoren? 

Janika Hoffmann: Zu meinem Agenten kam ich über Umwege, ich will ihn jedoch nicht mehr missen, denn er ist immer für mich da und hilft in allen Situationen! Man hört immer wieder, wie schwer man es teilweise hat, einen Verlagsvertrag zu ergattern, da bin ich sehr beruhigt, einen tollen Agenten hinter mir stehen zu haben, das steigert die Chancen wirklich enorm.
Neuautoren, gerade denen im Teeniealter, möchte ich mit auf den Weg geben, nie die Hoffnung zu verlieren! Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, aber wenn ihr regelmäßig schreibt, wird euer Stil von selbst flüssiger. Wenn ihr an euch und euer Werk glaubt, dann wird es irgendwann auch klappen, ganz bestimmt! Ihr seid die Schreiber von morgen! :)

•Von Vampirromanen zu Dystopien hinüber zu Erotik SM Geschichten, der Hype hat die Bücherwelt erobert. Was hältst du davon, dass gerade große Verlage ein beliebten Thema so lange ausnutzen, bis ein Antihype entsteht?

Janika Hoffmann: Dass gerade Publikumsverlage natürlich Romane suchen, die gerade angesagt sind oder bei denen sich abzeichnet, dass sie bald "in" sein werden, verstehe ich natürlich. Wenn ein Verlag dann aber fast ausschließlich solche Romane veröffentlicht, finde ich das schade. Irgendwann entsteht gerade durch diesen Überfluss der von dir genannte Antihype, das finde ich wirklich traurig. Außerdem kommen und gehen Hypes doch - wer sagt denn, dass eines der anderen guten Manuskripte, die der Verlag angeboten bekommt, nicht den nächsten Hype auslösen könnte?
Außerdem gibt es durchaus Leser, die partout gegen jeden Hype lesen oder das entsprechende Thema vielleicht einfach nicht mögen. Wenn die Verlage da keine Abwechslung bieten, bleiben viele Leser auf der Strecke und fühlen sich unbefriedigt, und das muss nun wirklich nicht sein.

• Die Indi-Autoren sprießen förmlich aus dem Boden. Was hältst du davon, Bücher selber zu veröffentlichen, sind bald keine Verlage mehr nötig?

Janika Hoffmann: Dass man die Möglichkeit hat, in Eigenregie zu veröffentlichen, finde ich toll. Christopher Paolini beispielsweise hat ja auch erst im Eigenverlag veröffentlicht, oder als deutsches Beispiel: Nele Neuhaus.
Dass einfach jeder sein Manuskript auf den markt bringen kann, hat natürlich auch Nachteile. Viele Schreiber halten sich für die Neuentdeckung des Jahrtausends, stecken keinerlei Mühe in die Überarbeitung und rechtschreibtechnische Korrektur ihres Werkes und loben sich selbst in den Himmel, während sie auf ihre Kollegen abschätzig herabschauen. Auch unter den "Indies" gibt es viele tolle Autoren, diese gehen aber leider oft unter und fallen dem schlechten Ruf der Selfpublisher-Szene zum Opfer.
Bislang erlebe ich es noch so, dass ein Verlagsname auf dem Cover einen wirklich vorantreibt, dass viele Leute eher nach Verlag als nach Autor kaufen.
Bei einem Verlag zu veröffentlichen, bringt im Regelfall natürlich auch Vorteile mit sich: Hier wird für Werbung und Layout gesorgt oder gemeinsam daran gearbeitet, es bestehen Kontakte zu professionellen Leuten verschiedenster Bereiche. Als Selfpublisher muss man alles selbst machen oder teuer dafür bezahlen, dass es jemand für einen macht, außerdem trägt man das volle Risiko. Die Verlage haben eine Übersicht über die Marktlage und können abschätzen, ob es das Risiko wert ist, sie tragen es dann gemeinsam mit den Autoren.
Insgesamt finde ich nicht, dass man Verlage in Zukunft abschreiben sollte. Die Indie-Szene wird nicht mehr wegzudenken sein und durchaus ihren Platz neben den Verlagen einnehmen, aber letztendlich werden die Vorteile der Verlage meiner Meinung nach immer für einen Ausgleich sorgen.

• Dein erstes Werk ist ein klassischer Fantasy Roman, ließt du selber gerne solche Bücher und bist du als Leser auch in anderen Genres zuhause?

Janika Hoffmann: Ich lese selbst ebenfalls hauptsächlich Fantasy, bin dabei in den Untergenres aber nicht festgelegt. Ob High, Urban, Dark oder sonstige Fantasy, ich finde eigentlich überall tollen Lesestoff.
Ab und zu mache ich aber auch gerne mal "Ausflüge". Ich lese zum Beispiel sehr gerne Afrikaromane, wenn diese auf waren Erlebnissen, der Autorinnen beruhen - und ja, meistens sind es dann Frauen, die ihre Geschichte erzählen. Außerdem macht es mir auch tierisch Spaß, mit meiner kleinen Schwester gemeinsam zu lesen. Da muss es natürlich ein Thema sein, das auch ihr gefällt. In der Mitte zwischen Pferden und Magie-Anteil treffen wir uns dann meistens und spinnen die Geschichten selbst weiter.

• Wenn wir bei Genres bleiben. Gibt es irgendwelche Thematicken, über die du gerne mal schreiben würdest, es aber noch nicht getan hast?

Janika Hoffmann: Mittlerweile versuche ich, in meine Manuskripte immer eine Thematik einzubringen, die gerade aktuell ist oder die ich einfach wichtig finde. In einer Geschichte von mir ist das beispielsweise Mobbing.
Sehr gerne würde ich mal eine Dystopie schreiben, doch so richtig weiß ich noch nicht, wie ich das anfangen soll.
Vor wenigen Tagen erst kam mir beim Besuch des Ohlsdorfer Friedhofs eine sehr spektakuläre Idee, die irgendwo zwischen historischer Fantasy und Mistery angeordnet wäre. Gerade weil dabei aber heikle Themen angesprochen würden, traue ich mir (noch?) nicht zu, dieses Projekt zu schreiben. Ich habe es aber auf jeden Fall in Stichpunkten notiert für den Fall, dass ich irgendwann soweit bin, auch diese Geschichte mit einer Botschaft zu übermitteln.

•Welches ist dein nächstes Projekt und darfst du darüber schon etwas verraten?

Janika Hoffmann: Aktuell schreibe ich am zweiten Band meiner Drachenkralle-Trilogie, bis zum Herbst möchte ich das Manuskript soweit haben, es dem Verlag übergeben zu können, damit das Buch nächstes Jahr erscheinen kann. Viel kann ich natürlich noch nicht verraten, aber der aktuelle Arbeitstitel lautet "Das Feuer der Macht". Ob dieser erhalten bleibt, werde ich mit dem Verlag natürlich erst noch besprechen müssen.
Nebenbei arbeite ich seit einigen Monaten an einem Urban Fantasy Projekt, bei dem ich, wie schon erwähnt, das Thema Mobbing mit eingebracht habe. Hierbei geht es darum, dass Gestaltwandler unerkannt unter uns leben, dieses Geheimnis bei meiner Protagonistin Melina jedoch gelüftet wird. Da ich dieses Manuskript aber noch Verlagen anbieten möchte, kann ich nicht allzu viel dazu verraten. ;)
Da ich im Herbst mein letztes Schuljahr starte und mit großen Schritten auf die Abiturprüfungen zugehe, werde ich dann wohl erst einmal etwas kürzertreten müssen in Sachen schreiben. Oberste Priorität wird es dann haben, die Rohfassung des letzten "Drachenkralle"-Bandes zu schreiben. Was ich danach mache - mal sehen. Ich habe so viele tolle Ideen in einem kleinen Heftchen in der Schublade, die darauf warten, dass ich sie näher ausarbeite. Vielleicht wird es eine Geschichte, die in der Welt der Greife spielt, vielleicht schreibe ich aber auch mal etwas ganz anderes und versuche mich an einem Kinderbuch. Wenn es soweit ist, werde ich mich einfach überraschen lassen, welche Idee am lautesten schreit!

Man sagt, in jedem Buch steckt die Seele des Autors, wie viel Janika Hoffmann steckt in deinen Protagonisten Simon und Katharina?

Janika Hoffmann: Ich denke, in jeder meiner Figuren steckt ein Stück von mir, entweder wie ich bin oder wie ich schon immer einmal sein wollte. Wenn ich schreibe, kann ich mich in die Emotionen der Figuren hineinversetzen, kann Angst, Freude, Wut oder Verzweiflung spüren. Die Figuren handeln dann natürlich meistens so, wie ich handeln würde (oder mir wünsche, dass ich so handeln würde), also steckt durchaus ein Teil von mir in jeder Figur. Allerdings kann ich mich in keiner Figur zu 100 % wiedererkennen - das wäre aber auch etwas seltsam! ;)

• Was ist für dich schwieriger zu schreiben, der Anfang oder das Ende?

Janika Hoffmann : Puh, gute Frage! Ich denke, das ist von Projekt zu Projekt verschieden. In einige Geschichten muss ich erst reinkommen, es dauert eine Weile, bis ich im Schreibfluss bin, aber dann läuft es. Ich fürchte aber, dass mir beispielsweise das Ende des dritten Drachenkralle-Bands sehr schwer fallen wird. Mit dieser Trilogie fing alles an, sie hat mich jahrelang begleitet. Da die letzten Kapitel, die letzten Szenen zu schreiben, bevor es "vorbei" ist, das wird vermutlich sehr hart werden.
Mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehe ich es auch, wenn ich Geschichten schreibe, in denen die Hauptfiguren zum Ende hin noch einmal alles verlieren. Wenn sie dann die Kraft finden, trotzdem weiterzumachen, finde ich das immer sehr schwer rüberzubringen.

• Liebe Janika, bitte vervollständige diesen Satz. Wenn ich nicht ich wäre, sondern ein Buch, dann wäre ich ... ?

Janika Hoffmann: Wenn ich nicht ich, sondern ein Buch wäre, wäre ich mit Sicherheit ein sehr verrücktes Buch. Mein Buchdeckel wäre wahrscheinlich aus vielen bunten Teilen zusammengesetzt. Was für eine Geschichte ich genau beherbergen würde, weiß ich nicht, aber in jedem Fall wäre es Fantasy, vermutlich mit einer Hauptfigur, die erst lernen muss, sich auch mal zu überwinden, und die ihren endgültigen Platz im leben noch finden muss.

Vielen Dank für das Interview

Janika Hoffmann: Gerne doch hat Spaß gemacht! :)


 
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1 Kommentar

  1. ;) danke. Ich hatte auch eine Nette Autorin als Interviewpartnesin.

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