10 August 2013

12# Tipps & Tricks ~ Buchcover selber machen Teil 2: Knowhow


Herzlich willkommen zum zweiten Teil der „Buchcover selber machen“ Reihe. Heute würde ich euch gerne direkte Beispiele und Tipps zum Cover erstellen geben.


Was soll auf mein Cover?
Wenn ein Autor sein Coverbild selber in die Hand nimmt, kann das zu einem Problem werden. Auf der einen Seite wollen die meisten Autoren eine wichtige Szene aus ihrem Buch auf die Titelseite bringen, dabei bemerken viele nicht, dass das Motiv oftmals ungeeignet ist um das Buch zu verkaufen. Deswegen hier mein erster Rat: natürlich soll das Coverbild etwas mit dem Roman zu tun haben, aber ihr wollt verkaufen, also löst euch emotional von dem Buch und versucht das Motiv zu finden, dass die meisten Kunden anlockt.
Um es mit einem Rammstein Zitat zu verdeutlichen "Der Mensch ist doch ein Augentier, schöne Dinge wünsch ich mir ..."

Dafür müsst ihr euch diese zwei Fragen stellen:

1# Wer ist meine Zielgruppe?
 
Die Zielgruppe lässt sich bestimmen, wenn man sich Genre, Thematik/en, Alter der Protagonisten und Schreibstil des Buches bewusst macht. Falls es um Fachbücher und Ratgeber geht, sollte man sich intensive Gedanken darüber machen, welche Menschen am Meisten von diesem Buch profitieren.

Hier ein ganz einfaches Beispiel:

Buch: Rubinrot von Kerstin Gier
Genre: Fantasy
Thematicken: Liebe, Zeitreisen, Teenageralltag
Alter der Protagonisten: 16 und 18
Schreibstil: witzig, leicht verständlich

Zielgruppe: Überwiegend Mädchen im Alter von 12 bis 16 Jahre.

Was macht meine Zielgruppe aus? Mädchen im Alter von 12-16 sind sehr emotional.
Liebesgeschichten sind daher ein gefundenes Fressen. Oftmals gehen einige dieser Mädchen durch eine Selbstindungsphase, in der sie das "dunkle" wie z.B. Gothic anzieht. Gerade wenn es Fantasyleserinen sind.

Ergebnis: Ein pink romantisches Cover mit dunklen Akzenten, voilá!


2# Welche Motive/Bilder sind momentan in dem Genre angesagt?

Man kann es nicht leugnen, Trends polarisieren und man sollte die Gelegenheit beim Schopfe packen.

Hier habe ich ein paar Beispiele für aktuelle Trends:  


Der Frauen-Von-Hinten-Trend

Der Menschen-aus-der-Ferne-Trend
 

 
Der Aquarell-Effekt-Trend


Der Augen-Trend

 
Der Blauer-Himmel-Liebesroman-Trend

 
Der Blumen-Erotik-Trend


Der Frauenbeine-Trend


Der Silhouetten-Trend


Der Unter-Wasser-Foto-Trend


Der Gesicht-Von-Der-Seite-Trend


Formatierung des Covers
Wichtig: Bevor du mit einer Covergestaltung anfängst musst du wissen, welche Maße du verwenden und welche Voreinstellungen getroffen werden müssen. Hier die wichtigsten Daten zusammengefasst.
Diese Einstellungen sind in (fast) alle Bearbeitungsprogrammen möglich!

Auflösung:
Mindestens 300dpi - was sind dpi?

Farbmodus:
RGB - Bei digitalen Bildern (z.B. E-Books oder Webbilder)
CMYK - Bei Druckdateien aller Art (Druckbücher, Flyer, Visitenkarten usw.)

Maße:
Diese sind bei dem Anbieter anzufragen, bei der das Buch gedruckt bzw. online gestellt wird. Die Maße sind meistens in zoll, cm, mm, DinA-Formate oder Pixel angegeben.

Beschnitt Zugabe: - Was ist eine Beschnitt Zugabe? 
Die normale Beschnitt Zugabe liegt zwischen 3 bis 5 Millimeter, die auf jeder Seite dazugerechnet werden muss! Die genauen Maßen der Beschnitt Zugabe werden meistens von dem Anbieter vorgegeben.


Beispiel der Einstellungen bei einem Createspace Cover, dass gedruckt werden soll:

Auflösung: 300dpi
Farbmodus: CMYK
Maße: 5,5 x 8,5 zoll (13,97 x 21,59 cm) - 
Beschnitt Zugabe schon enthalten.



Beispiel der Photoshop Einstellungen:



Bildergröße anpassen
Jedes Bearbeitungsprogramm hat seine eigenen Eindellungen, um die Größe von Bilder anzupassen.

Es gilt zu beachten:

• Das Bild sollte NICHT über das Doppelte seiner Größe gestreckt werden, weil es sonst erheblich an Qualität verlier und verpixelt. Wenn das Bild zu klein ist, ist es für ein Cover nicht geeignet.

• Das Bild sollte nicht unnatürlich schmaler oder breiter gemacht werden. Der Betrachter merkt das sofort.



Schriftformatierung und Platzierung
Viele Indie-Autoren neigen dazu, den Titel linksbündig auf dem Cover zu platzieren, mit einer viel zu kleinen Schrift. Viele befürchten, sie könnten mit dem Text zu viel von dem Hintergrundbild verdecken, dabei sollte einem Bewusst sein, dass der Titel und der Name des Autors wesentliche Bestandteile des Design sind. Der Text ist KEIN Fremdkörper und muss mit allen Bildelementen harmonieren.

Es gilt zu beachten:

• Lieber zu groß als zu klein! Die Schrift muss gut leserlich und auch in einem kleinen Format, wie in einer Amazon-Vorschau, gut sichtbar sein. Um festzustellen ob deine Schrift groß genug ist, reduziere die Größe des Covers auf dem Bildschirm, bis es nurnoch ca. 30% der Originalgröße hat. Ist der Titel gut leserlich, ist die Schrift groß genug.

• Am Besten den Titel mittig positionieren. Der Text sollte nur an einer anderen Stelle stehen, wenn es dafür einen guten Grund gibt (z.B. dass die linksbündige Schrift ein Teil des Effektes ausmacht).

• Abstand vom Rand nehmen. Das ist nicht nur Ästhetisch schöner, es beugt auch Unfälle beim Verschnitt vor. Am Besten 1 cm vom Rand keinen Text platzieren.

• Falls die Schrift nicht zentriert ist, sollte sie im Goldenen Schnitt liegen - was ist der Goldene Schnitt?

• Keine vertikalen Schriftzüge! (Schon gar nicht aus Platzmangel)

• Gehe sparsam mit den Schriftarten um, es sollten nicht mehr als 2 bis 3 verschiedene sein. (z.B. Eine für den Namen des Autors, einen für Titel und Untertitel)

• Verwende eine Schriftart, die gut leserlich ist. Zu verschnörkelte Schriftzüge wirken im ersten Moment vllt attraktiv, wenn der Titel aber nicht entziffert werden kann, verfehlt es seinen Zweck. Weniger ist manchmal mehr.

• Nutze Schriftarten, die zum Genre deines Buches passen. Comic Sans für ein Thriller ist eher ungünstig.


Schriftfarbe
Die Schriftfarbe dient nicht nur dazu, den Text vom Hintergrund abzuheben, er muss auch eine Einheit mit den anderen Gestaltungselementen bilden.

Es gilt zu beachten:

• Die Schriftfarbe sollte sich von der Farbe im Hintergrund abheben. Ausnahme: Die Schrift bekommt eine Kontur und/oder Schatten und dieselbe Farbe passt thematisch zum Cover.

• Die Schriftfarbe sollte nicht einfach nur knallig sein, weil sie sich vom Hintergrund abhebt. Die Farbe ROT ist zu vermeiden, wenn man nicht gerade einen Thriller gestaltet.

• Du kannst Komplementärfarben verwenden. Diese haben einen besonderen Effekt auf den Betrachter.


• … oder du verwendest Farben, die aus derselben Farbfamilie stammen (z.B. Eine hellgrüner Hintergrund und eine dunkelgrüne Schrift)



Tipps um die Schrift aufzupeppen
• Anfangsbuchstaben vergrößern.

• Verschiedene Wortgrößen. Achtung, nicht zu viel herumspielen ;)

• Abstand zwischen den Zeilen verringern.

• Den Hauptfokus auf den Schriftzug legen. Hier werden alle Wörter in Großbuchstaben geschrieben und in dieselbe Form gebracht.

• Schriftart verändern und einen Schatten erzeugen.

• Andere Gestaltungselemente wie geometrische Figuren einsetzen und die Schrift der Figur anpassen.


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Kommentare

  1. Hey, ich finde deine Artikel über die Buchcover-Gestaltung sehr gelungen - und es kommt genau zur richtigen Zeit, denn ich bin eben am Rätseln wegen des meinigen! Danke dir für die guten Tipps! Ich muss mir noch überlegen, ob es eine gute Idee ist, auf ein Buch namens "Das Herz im Glas" ein Herz im Glas zu knallen, oder ob das nicht etwaige Leute eher abschreckt :)

    lieben Gruß!
    Katharina

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